die großen Dinge des Lebens

Tja, was sind nun kleine und Große Dinge. Aber ich fange am besten bei den Dingen an, die mir Freude bereiten, bei denen ich den Sonnenschein in meinem Leben spüre, warum ich das Leben überhaupt lebenswert finde.

Dazu gehört ein Lächeln. Wenn ich von einer Person angelächelt werde, das gibt mir einfach ein tolles Glücksgefühl. Und es wäre eben so schön, wenn mich ein bestimmte Person wieder anlächeln würde. Oder auch etwas zusammen unternehmen zu können, das finde ich einfach toll und auch wenn man sich trotz Streitigkeiten wieder zusammenrauft. Weil einfach der Mensch dahinter wichtiger ist, als die Streitigkeiten oder der eigene Stolz. Wenn man  miteinander reden kann und vor allem in der Lage ist, Fehler zu verzeihen. Und ich helfe gerne wo ich kann.

Ich versuche mich auf jeden Fall daran. Denn wie man in den Wald rein ruft, so kommt es auch zurück. Schön wäre es.

Das alles sind für mich die großen Dinge des Lebens.

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Gedanken, so viele Gedanken

Ich habe viel zu viele Gedanken, es ist einfach viel zu viel. Und ich kann sie einfach nicht leeren. Keiner da, der mir hilft Ordnung rein zu bringen. Und dazu kommt meine Unfähigkeit, mich auszudrücken. Was will ich eigentlich. Obwohl, wissen tue ich es ja, was ich wirklich am meisten auf dieser Welt will. Aber ich kann es nicht richtig umsetzen oder es geht schlichtweg einfach nicht, egal was ich unternehme. Ich sehe so viel an mir vorbei ziehen. Ich sehe, dass sie sich tolle Dinge leisten können.  Und ich stecke fest. Für mich fühlt es sich nach feststecken an. Und auch wenn das Ziel der bestandenen Abschlussprüfung näher rückt, muss ich mich trotzdem weider beweisen. Dann haben andere schon ein paar Lohnerhöhungen bekommen, steigen die Karriereleiter auf und ich dümple dann irgendwo untern vor mich rum. Ich kann einfach nicht mithalten. Und Und auch was die sozialen Beziehungen betrifft, die werde ich leider niemals so toll hinbekommen. Immer wieder mache ich Fehler, weil ich ungeduldig bin, weil ich im Ungewissen bin, weil ich nicht weiß, was da auf einmal passiert und ich vieles überhaupt nicht verstehen und einordnen kann.

Und am schlimmsten bedrückt mich eben auch die ganze Geschichte mit meier ehemaligen Freundin. Ja, ich bin traurig drüber, aber ich bin traurig drüber, dass ich es so weit gebracht habe. Das ich dafür gesorgt habe, dass wir uns nicht mehr verstehen. Und dann sehe ich eben, wie sie sich mit den anderen versteht und das versetzt mir dann noch mal zusätzlich einen Stich ins Herz. Es ist einfach alles so blöd gelaufen. Und ich hab so viel Schuld daran und diese Schuld frisst mich auch auf.  Das ich blockiert werde, dass frisst und nagt so an mir. Was muss ich für ein schlechter Mensch sein. Und ich kann mich einfach selbst dafür nicht leiden. Jeden Tag hoffe ich vielleicht ein kleines Zeichen zu bekommen. Meinetwegen sei es eine Nachricht wo drin steht: „Hallo, wie geht’s dir“  oder vielleicht sogar ein Anruf.  Das wäre so toll. Aber geben wird es das leider nicht. Damit muss ich zurecht kommen. Ich weiß nur nicht wie. Geduld haben, das ist für mich sehr, sehr schwer. Aber was anderes kann ich nicht machen, um die Situation zu entspannen. Und genau dass, kann ich nicht, bzw. fällt mir so unglaublich schwer. Und selbst dann ist absolut kein Erfolg grantiert. So wie ich bin, kann ich in der Situation eigentlich nur verlieren. Und das ist das traurige dran. Ich will etwas ändern, doch ich schaffe es nicht. Da fehlt dann wieder die Handlungskompetenz.

Werde ich mich jemals davon erholen können? Von diesem Schmerz, der Selbstqual die ich mir zufüge, davon das ich an allem Schuld bin?

hab ich jetzt hintenrum wieder alles eingerissen? – Nachtrag

Ich mach mich ja so komplett selber fertig, dass ich jetzt einfach durch meine letzten Beiträge wieder zerstört habe, was ich mühselig versucht habe an Vertrauen wieder aufzubauen. Und es ist eben immer noch so, dass ich vollkommen fertig bin deswegen. Denn es ist teilweise so verwirrend für andere, für mich, widersprüchlich und es kann so viel daran falsch verstanden werden.

Erst hatte ich gedacht, als mir mein „vermeintlicher“ Fehler aufgefallen ist, sie zu löschen bzw. sie Passwort zu schützen. Aber das ist mein Blog, in dem ich so schreibe und denken und fühlen kann, wie ich bin und ohne darauf zu achten, wie andere sich dabei fühlen oder denken. Das möchte ich gerne beibehalten. Denn das ist authentisch, echt und ist auch in keinerlei Weise geheuchelt. Im alltäglichen Leben muss ich mich teilweise so oft verstellen und anpassen. Und es tut hier einfach mal gut, meine doch teilweise sehr konfusen, für andere schwer nachvollziehbare Gedanken loszuwerden. Natürlich ist die Frage, ob ich immer wirklich alles nach außen kommunizieren muss, so wie ich mich fühle. Aber dass bin ich. Und ich möchte gerne versuchen dies zumindest an ein paar Stellen zu zulassen. Wenn es schon in der Gesellschaft nicht anerkannt ist.

Ich setze mich hier auch sehr, sehr selbstkritisch mit mir auseinander. Mache Fehler im Leben. Eigentlich wie jeder andere auch.  Ich versuche auch an meinen Fehlern zu arbeiten. Nur ist das eben nicht so leicht, wie bei normalen Menschen. Ich versuche mich aber dem ganzen zu stellen. Auch wenn es eben schief geht, was bis jetzt ziemlich oft der Fall ist/war.

Vielleicht geht es ja doch gut, aber leider sprechen meine Erfahrungen dagegen, die ich im zwischenmenschlichen Bereich gemacht habe. Aber ich kann es eben nicht wissen. Ich mache mich aber eben nur so selbst verrückt, da ich eben nicht weiß, was andere daraus machen. Es wirkt so konfus und ich weiß eben nicht, wie ich es erklären und mich ausdrücken soll. Ich hoffe nur, dass das Ganze von niemandem falsch verstanden wird. Und das niemand denkt, das ich jemandem etwas böses will oder alles nochmal auffrischen will.

Und wie ich schon in meinen letzten Beiträgen gesagt habe, ich unterscheide rigoros nach Wünschen und Realität und weiß, das einige Wünsche nie wahr werden. Und ich weiß, ich lebe in der Realität. Und die Realität sagt, dass es es nicht geht, dass ich noch einmal mit meiner ehemaligen Freundin etwas unternehmen kann oder wir gute Freunde werde. Das ist mir bewusst und macht mich eben auch traurig. Aber ich war eben auch zum Teil Schuld und ich denke, dieser ist nicht unwesentlich. Schuld, dass es jetzt so läuft, wie es gelaufen ist. Weil es sich so entwickelt hat. Im Nachhinein lässt sich daran nichts mehr ändern. Das ist leider auch wahr. Ich wünschte dies, aber die Realität sieht anderes vor. Und das macht mich traurig, aber ändern lässt es sich nicht.

Ich hoffe, dass es gut geht und wenn nicht, kann ich wenigstens sagen, dass ich mich ehrlich verhalten habe und niemanden etwas vorheuchle und mich gebe wie ich bin, es ausspreche was ich denke und fühle.  Ich weiß nur nicht, ob das auch etwas zählt.

Ich weiß, niemand kann das, was ich durchmache fassen, da er ja überhaupt nicht weiß, in was für einem konfusen Gehirn ich stecke. So viele Eindrücke, Bilder was ich gar nicht fassen kann und zum Teil auch nicht verstehe.  Darum bin und kann ich eigentlich gar niemandem böse sein. Niemand steckt in meinen Schuhen drin, keiner weiß wie ich ticke, wie ich denke und wie ich fühle. Ich hoffe nur niemand ist sauer auf mich. Ich will niemanden verletzen oder absichtlich vor den Kopf stoßen.

Am liebsten hätte ich „Peace, Love and Harmony“ oder wie man auch auf deutsch sagt, „Friede, Freude, Eierkuchen“

Das hätte ich gerne und mir wurde mal gesagt und das auch von mehreren Seiten, dass ich keiner Fliege was zu leide tun könnte. Und so ist es auch. Ich will niemanden verletzen oder wehtun. Nur leider gelingt mir das sehr, sehr selten. Irgendjemand habe ich bisher immer vor den Kopf gestoßen, egal was ich mache, selbst wenn ich einmal nur an mich selbst denke. Und das tut mir immer so leid und ich will mich einfach dafür entschuldigen.

Ich bin leider wie ich bin. Und diesmal sage ich wirklich leider. Von Tony Attwood gibt es einen Zitat.

You don’t suffer from Aspergers. You suffer from other people!

Allerdings weiß ich nicht so recht, was ich davon hakten soll. Natürlich, ich bin mit dem Asperger geboren wurde und kann nichts dafür. Und auch wenn ich dadurch ein paar gute Fähigkeiten besitze, leide ich doch darunter, weil ich eben Probleme im sozialen Bereich habe. Mich nicht richtig ausdrücken kann, nicht richtig reagieren kann, mit vielen Kommunikationsarten nur sehr wenige etwas anfangen kann.

Mir wurde einmal gesagt: „Du bist sympatisch. Das zählt“ Ich hoffe, dass es immer noch so ist. Und ich versuche wirklich mein Bestes, um mich anzupassen. Ich hoffe, dass könnt ihr mir abnehmen und vor allem auch die Menschen, die mit mir Höhen und Tiefen erlebt haben. An dieser Stelle auch einen riesen großen Dank an euch, dass ihr trotz allem noch zu mir haltet.

Und eigentlich wollte ich nur einen Nachtrag machen, ein paar Kommentare mit einbeziehen und schließlich sind tausend Gedanken draus geworden. So arbeite ich, so arbeitet mein Gehirn. Völlig konfus und schwierig die Gedanken überhaupt zu ordnen. Und wenn Emotionen im Spiel sind, dann ist es eigentlich völlig aus.

Nun werde ich mich hier verabschieden und einfach auf das Beste hoffen. Aber ich kann eben auch nicht enttäuscht werden, da ich das Schlimmste annehme.

hab ich jetzt hintenrum wieder alles eingerissen?

diese Frage quält mich gerade.

Ich teile meine Gedanken, einfach weil es mir hilft. Aber natürlich ist er öffentlich, woran ich manchmal gar nicht denke. Ich schreibe mit einfach von der Seele, was ich denke, was ich fühle, was ist, was wäre, was sein könnte, was nie sein kann oder auch was nie sein darf. Dabei gebe ich meine Sicht der Dinge wieder. Weder darauf zu achten, mich für neurotypische Menschen richtig auszudrücken, noch mich zu rechtfertigen. Aber ich glaube bei den letzten beiden Blogeinträgen war dies vermutlich ein Fehler. Genau beschreiben kann ich es nicht. Es ist einfach, was die Leute davon denken könnten, die Menschen die das Lesen und vieles davon mit mir mitgemacht oder miterlebt haben. Welcher Eindruck entsteht dann bei ihnen, im Gegensatz zu dem was ich erzähle. Und das Schlimme ist ja, das ich mich teilweise einfach absolut nicht richtig ausdrücken kann. Genauso wie jetzt. Ich hab gerade so richtig Angst, dass ich alles eingerissen habe, aber kann dies nicht kommunizieren. Es ist schlimm. Und da haben wir weider das weinende Auge. Irgendwie schaffe ich es immer wieder das einzureißen, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Ich könnt mir gerade links und rechts eine ohrfeigen. So konfus, kann mich nicht erklären, will es richtig stellen, weiß nicht was falsch ist, hab das Gefühl es ist falsch und hab einfach auch nur Angst.

Warum tue ich sowas? Da sind wir wieder bei der fehlenden Handlungskompetenz. Irgendwie mach ich alles falsch und ich denke, es hat noch Nachwehen. Ich bin einfach nur so ein Honk. Ich würde jetzt efnfach gerne in der Erde verschwinden. Warum tue ich sowas immer nur?

ein schöner tag mit einem weinenden und einem lachendem Auge

Das wohl Schwierigste an diesem Beitrag war, einen passenden Titel zu finden. Darüber mache ich mir schon ziemlich viele Gedanken. Mein erster Entwurf sah den Titel Satz und Sieg vor. Aber es klang mir zu überheblich, zu hart, und hätte mich auch nicht alles Facetten schreiben lassen, was zu dem Ereignis gehört. So habe ich mich für den weicheren Titel entschieden, der sehr treffend ausdrückt, wie ich mich fühle.

Aber jetzt genug der Vorrede. Worum geht es eigentlich? Im letzten Beitrag hatte ich das Thema mit meiner ehemalige Freundin erwähnt. Das es da sehr viele Schwierigkeiten gab und ich denke mal immer noch gibt. Und das wir eben den gleichen Freundeskreis haben. Und gestern haben wir in dem Freundeskreis was unternommen, also sie war auch mit dabei. Also bis vor noch ein paar Wochen wäre das für mich undenkbar gewesen. Also in sofern kann ich mir etwas auf die Schulter klopfen, dass ich mich überhaupt getraut habe und mitgekommen bin. Der Tag verlief auch gut und es gab keinerlei Probleme. Zumindest denke ich es und hoffe, dass nicht irgendwelche Nachwehen kommen.  Und da ist das lachende Auge, dass wir uns in der Gruppe unterhalten können und wir dann auch nen Ausflug zum Leipziger Zoo planen konnten.

Und nun leider das weinende Auge. Eben nur in der Gruppe.  Ansonsten gibt es leider keinen Kontakt und ich werde eben auch auf sämtliche Kommunikationskanälen blockiert.  Natürlich denken jetzt einige, das ist doch ganz normal bei einer Trennung. Aber wenn man bedenkt, dass wir uns nach der Trennung gut verstanden hatten. Natürlich gab es auch da eine gewisse Zeit des Abstands. Und ich habe das gute Verstehen alles kaputt gemacht. Und diese Schuld, an der habe ich zu tun, richtig stark zu tun.

Aber ich hoffe, dass es so gut wie gestern weiter läuft und wir uns eventuell doch wieder anfreunden. Das wäre toll. Aber leider musste das weinende Auge eben gestern auch zusehen, wie gut sie sich mit den anderen verträgt. ich hätte mir gewünscht, dass sie mich vielleicht auch mal was fragt, aber das sind eben nur alles Wunschgedanken. Aber ich denke mal, es gab auch Fortschritte, So z.B. die Verabschiedung. Klar, hat sie die anderen gedrückt und mir nur die Hand gegeben. Aber irgendwie war es anders, der Händedruck war etwas besser und sie hat mir dabei in die Augen geschaut.

Aber ich muss eben aufpassen, nichts in den gestrigen Tag hinein zu interpretieren. Denn wenn ich das doch tue, mache ich wieder alles kaputt. Und ich hab gestern sehr viel Vertrauen bekommen, in dem ich erst mal dazu eingeladen wurde und ich auch den Tag gut gemeistert habe. Zumindest empfinde ich es so. Und ich will gern alles daran setzen, das Vertrauen nicht zu verspielen.

Ein schöner Wunsch wäre, dass sie sich daran erinnert, dass es ja doch einen Menschen gibt, der sie gern hat. Der Fehler gemacht hat, aber trotzdem das ist, wenn man ihn braucht. Und vielleicht klingt dem einen oder anderen jetzt so, dass ich wieder eine Beziehung mit ihr möchte. Ja, das kann ich nur bestätigen. Aber es ist einfach ein riesengroße Unterschied, was man möchte und was die Realität ist.  Und nehmen wir einfach einmal an, sie würde wirklich zu mir kommen, was ja wirklich unwahrscheinlich ist, dann wüsste ich auch nicht, ob ich es noch mal könnte, in diese Beziehung viel zu investieren. Meine Angst nochmal von der selben Person verletzt zu werden, ist das sehr sehr groß. Obwohl ich mir wünschte, sie umarmen zu können, sie streicheln zu können, sie halten zu dürfen, sie zu küssen.

Das klingt garantiert sowas von konfus. Und das ist der Alltag in meinem Kopf. Da sind die Wünsche und auf der anderen Seite die Realität, die in keiner Form mit den Wünschen überein stimmt. Und da ist es wieder. Das weinende Auge.

Realität der Wünsche

Hallo ihr Lieben,

ich habe hier ja schon sehr lange nichts mehr geschrieben, was für mich ja doch recht ungewöhnlich ist. Vor allem wenn man die Anfangszeit dieses Blogs betrachtet, da hab ich ja fast jeden Tag etwas geschrieben. Damals steckte ich in einer starken Krise und das schreiben half mir. Nur waren die Texte von der Grundstimmung doch recht negativ behaftet. Meine Grundhaltung ist aber positiv und ich starte eigentlich auch fast jeden Tag mit voller Motivation, denn es ist ein neuer Tag, an dem ich arbeiten kann und er mich ein Stück meinen Zielen näher bringt. Sei es beruflich, sei es, dass ich Menschen ein Stück weit besser verstehe: Oder auch das ich mich besser verstehe. Aber leider muss ich da auch immer wieder viele, viele Rückschläge einstecken.

Nun möchte ich gerne auf die negative Einstellung zu sprechen zu kommen. Ich spreche jetzt speziell für mich aber auch andere Asperger und Autisten schildern mir es so. Aber ich denke zu Anfang sollte ich mal ein weit verbreitetes Gerücht aufklären. Viele Menschen denken ja, wenn sie Autismus hören an isolierte Menschen mit Super Brain Fähigkeiten, um es mal „spitz“ auszudrücken. Da hat der Film Rainman einen großen Anteil dran. Keine Frage, er öffnet einem erst einmal die Augen für diese Welt. Selbst Betroffene und Angehörige können aber berichten, dass nur ein Teil davon zutrifft.

Ich hab hier im Blog auch einmal eine Liste von Filmen und Büchern zusammen gefasst.

Aber nun zu einem bestimmten Vorurteil bzw. Gerücht; Autisten sind isoliert und wollen keinen Kontakt. Meiner Erfahrung nach stimmt das nicht. Ich möchte gerne Kontakt mit anderen Menschen und auch andere Autisten mit denen ich zutun habe, möchten diesen gerne. Aber warum sind sie dann oft alleine. Ganz einfach, sie wissen nicht, wie sie den Kontakt herstellen sollen, es fällt ihnen schwierig Freundschaften zu schließen und werden oft nur als total merkwürdig und sonderbar abgestuft und sind leider auch ziemlich oft Mobbingopfer, da sie anders und merkwürdig sind. Und selbst wenn sie es geschafft haben, sich einen kleinen Freundeskreis aufzubauen, so wie ich, dann geht oft so viel schief und kaputt. Denn die Kommunikation findet auf einer Ebene statt, die für Autisten nur kaum bis gar nicht nach zu vollziehen ist. Oft gehen dann diese Beziehungen in die Brüche. Und oft eist es so, dass uns dann die Schuld in die Schuhe geschoben wird. Was ich auch nicht ganz abstreiten will. Ich sehe ja auch die Fehler und versuche daran zu arbeiten. Aber mir fehlt dann einfach die Handlungskompetenz, es anders zu machen. Zu Kommunizieren, was meine ich eigentlich. Ich sehe immer nur, dass es schief läuft, weil ich mich nicht richtig ausdrücken kann. Und dann versuche ich dem Ganzen halt auf den Grund zu gehen, weil ich es eben nicht verstehe und genau dieses tiefer Bohren ist bei normalen Menschen total unbeliebt und dann machen sie total dicht. Und für den Asperger bleibt nur die Erkenntnis, dass er an allem Schuld ist. Und dass zieht sich so im Laufe seiner Entwicklung durch und gräbt und brennt sich tief ein und irgendwann fühlt er sich dann verantwortlich für alles, was schief geht. Und um das zu vermeiden, kapselt er sich ab und isoliert sich. Anfangs weiß ich noch, dass es sich um Kommunikationsfehler handelt, aber wenn ich dann diesen Fehlern auf den Grund gehen möchte, mich versuchen zu erklären, den Streit an sich zu schlichten, wird es nur noch schlimmer und sämtliche Schuld landet bei mir. Und ich gehe mit meinem Asperger inzwischen sehr offen um und kommuniziere dies auch. Aber eben durch diese vielen Fehlschläge und dass auch die kleinen Fortschritte kaum anerkannt werden, ist es eben, dass man dann auch wenig Selbstbewusstsein an den Tag legt. Man ist ja eh nur der Dumme und macht alles falsch. So kommt es am Ende heraus. Und ich sehe gar nicht mehr, dass es nicht nur an mir liegt, dass kommt mir dann gar nicht mehr in den Sinn. Und so wird es eben auch von den anderen eingeredet.

Und was hat das ganze jetzt mit den Wünschen und der Realität zu tun?

Ich hatte einmal das riesengroße Glück für 4 Wochen eine Beziehung zu führen. Und auch wenn jetzt einige sagen, dass es ja gar keine richtige Beziehung ist. Es waren ja nur 4 Wochen usw. Für mich war es eine. Es war für mich die schönste und glücklichste Zeit in meinem Leben. Und ich es war so schön, täglich an sie zu denken, sie in den Armen zu halten, sie zu drücken, sie zu küssen, mit ihr etwas zu unternehmen oder sich einfach nur zu unterhalten. Eigentlich für Asperger doch ein recht ungewöhnlich Verlangen und Verhalten, dass mir das alles gefällt. Aber ich denke, wenn einmal der richtige Mensch kommt, der es schafft sozusagen den Schalter umzulegen, dann habe ich Entwicklungspotentiale, von denen ich nicht mal weiß, das ich sie habe. Und sie hatte sich anfangs, an dem Abend wo wir uns kennen gelernt hatten so wohl gefühlt und das wurde mir auch von anderer Seite bestätigt. Und es wurde auch gesagt, dass wir gut zueinander passen. Und es war am Anfang so schön und so harmonisch. Ich hatte nach einer Woche auch ein kleines Video gedreht, wie wir uns kennen gelernt hatte. Mit Fotos und kleinen Texten und hatte eben auch Kerzen aufgestellt, in Form von einem Herzen und einer Sternschnuppe und die abgefilmt. Sie hatte sich damals so drüber gefreut. Ich würde gerne wissen, ob sie es noch hat und was passieren würde, wenn sie es sich anschaut. Genauso habe ich ja ein kleines Tagebuch geschrieben, wie wir uns kennen gelernt hatte, was ich dabei empfunden und gefühlt hatte. Ich würde gerne wissen, ob sie das ebenfalls noch hat und was auch hier passieren würde, wenn sie es sich noch einmal durchliest. Genauso würde ich ich gerne wissen, ob sie meine Kette noch hat, die ich ihr geschenkt habe. Aber das sind leider alles nur Wunschgedanken.

Die Realität sieht leider so aus, dass wir uns absolut nicht verstehen, bzw. eher sie sich nicht mit mir und gar nichts mit mir zu tun haben will. Die Fronten sind leider so verhärtet, dass es den Freundeskreis belastet. Denn wir haben den gleichen Freundeskreis. Und es ist einfach viel zu viel passiert. Und diese Schuld frisst mich Tag für Tag auf. Und mir wurde gesagt, ich soll mir selber verzeihen. Ich darf mir verzeihen, da ich ja eigentlich ein guter Mensch bin. Aber wie soll ich mir verzeihen können, wenn meine Taten einen anderen betreffen und sie mir in dem Fall absolut nicht verzeiht?

Kinder sind in der Hinsicht so verdammt toll. Die streiten sich kurz oder auch länger und danach spielen sie wieder zusammen, als ob nichts gewesen wäre. Ihr Motto ist vergeben und vergessen. Ihnen ist das glücklich miteinander spielen wichtiger, als ihr Stolz. Und das finde ich so total schön und toll. Und ich hoffe, dass ich das auch kann. Ich bin eigentlich niemandem nachtragend. Wer Hilfe braucht, bekommt sie von mir.

Und jetzt mal mein Wunsch. Ich würde mir wünschen, dass wir einen Weg finden, dass ich mit ihr kommunizieren kann, dass wir einen Weg finden, die Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen, ein Weg zu Verzeihung gefunden wird und das wir noch einmal zusammen finden. Aber die Realität sieht eben ganz, ganz anders aus. Und das ist mir total bewusst und dieser Wunsch von mir wird sich niemals erfüllen. Und ich handle meines Erachtens auch nicht danach, dass sich dieser Wunsch sich irgendwann erfüllen wird. Aber aufgrund meiner Probleme sieht es für andere so aus, dass ich alles daran tue, um in ihrer Nähe zu sein. Ich versuche mich eben nach wie vor mit allen Mensch zu verstehen un bei niemanden anzuecken. Was mir aber nicht gelingt. Also egal, was ich mache. Die Schuld habe immer ich, bzw. wird sie mir zugeschoben.

Mein Los als Autist

Manchmal frage ich mich, ob ich denn wirklich ein guter Mensch bin. Ich mache immer wieder und immer wieder die gleichen Fehler bei Menschen, die mir wichtig sind. Ich mache sie absolut nicht böswillig. Doch ich verstehe als Autist die Welt einfach nicht so, wie normale Menschen es tun. Und so langsam zweifel ich auch an mir selber. Warum tue ich Menschen weh, verletze sie und noch mehr, obwohl sie mir eigentlich wichtig sind,

Also bleibt mir ja im Endefekt nur eins, um keine Menschen zu verletzen, ich gehe wieder alleine durch die Welt. Da bin ich zwar alleine, aber ich tue niemanden weh.

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Ich hasse mich einfach nur noch selber. Ich habe so viel Schwierigkeiten gerade im sozialen Bereich. Es ist nicht so, dass ich keine Kontakte, Freundschaften und dergleichen will. Doch ich aufgrund meiner Probleme geht das alles in die Brüche. Die Fronten verhärten sich so stark und teilweise kann ich nicht mal verstehen warum. Ich versuche dann immer nach zu geben, so gut ich eben kann. Aber ich verstehe es oft einfach gar nicht. Dann wird auf einmal irgendein Fakt besprochen oder beredet, den ich so nie gesagt habe.  Es kommt zu so viel Kommunikationsfehlern und kann ich bin nicht mal in der Lage es einzuordnen oder irgendwie zu erklären. Um es mit den Worten von Temple Grandin auszudrücken:

I can remember the frustration of not being able to talk. I knew what I wanted to say, but I could not get the words out, so I would just scream.

Ich würde so gerne alles in die Welt hinaus schreien. Doch ich kann mich absolut nicht ausdrücken. Alles was raus kommt ist Müll. Ich kann mich dafür absolut selbst nicht ausstehen. Ich versuche doch so vieles. Ich gehe zu Therapie. Ich hab an Trainingsprogrammen teilgenommen. Und trotzdem kommt es immer und immer weider zu Schwierigkeiten. Keine mildernden Umstände. Ich bin nun mal dazu verdammt ewig damit zu leben. Und dann wird immer nur auf mich eingepocht, dass ich Sachen nicht hin bekomme. Jeder weiß es, jeden hab ich alles versucht zu erklären. Doch weil ich anders bin, einfach nicht reinpasse und es mir total schwierig fällt mich anzupassen, werde ich nie Anschluss finden.

Ich beneide einfach nur alle, die diese Probleme nicht habe. Mag es auch sein, dass sie andere Probleme haben. Jeder hat so seine Probleme. Doch niemand muss mit den Problemen kämpfen, mit denen ich zu kämpfen habe. Nicht kommunizieren zu können. In einer Welt zu leben, wo alles fremd ist, man absolut nichts versteht. Und alle nur unverständliches Zeug reden.

Es ist so verdammt frustrierend. Ich kann auch irgendwo nicht mehr. Ich sehe nur immer alles den Bach runter gehen. Für mich hab ich absolut nichts erreicht. Nichts, was irgendwie einen Wert darstellt. Ich lebe irgendwie so vor mich hin, weil ich es gewohnt bin, jeden Tag aufzustehen und weiter zu machen. Aber was den nächsten Tag kommt, keine Ahnung. Manchmal wünschte ich, es käme einfach dann nur noch die große Dunkelheit. Aber stattdessen geht es jeden Tag weiter, doch mein Zeil in eine Gemeinschaft zu passen, werde ich nie erreichen. Das ist mein Los als Autist.